Interview mit Fußball News Saarland

Bei fast allen Regionalverbänden des DFB’s  werden eigene Futsal-Regionalligen ausgetragen, lediglich im Südwestlichen Bereich nicht. Wieso ist das so Patrick?


Patrick Backes: Das Saarland hat in Deutschland mit ihrer Mastersserie eine einzigartige Turnierserie und boomt seit Jahren. Durch diesen Hallenfußball-Hype hat der Futsalsport in unserer Region keine Aufmerksamkeit gefunden. Erst 2015, als der Verband Futsal für die Mastersserie vorschreiben wollte, rückte dieser in den Fokus. Diese Änderung brachte Fußballsaarland sehr in Aufruhr und der Futsalsport besitzt seitdem einen Negativen Stempel in unserer Region, welchen er überhaupt nicht verdient hat. Um die Sache abzuschließen, ich finde das Masters auch klasse und daran wollen wir auch nichts ändern. Wir möchten nur diese Hallen-Europhie auch für den Futsal übertragen und ganzjährig anbieten. Momentan bemühen wir uns eine Regionalliga für die nächste Saison (2018/2019) auf die Beine zu stellen und nach jetzigem Stand wird dies auch funktionieren.


Kurz und knapp, was sind die wichtigsten Regelunterschiede zum Hallenfußball? 

Patrick Backes: Nach den Regeländerungen 2015 seitens des Verbandes sind die einzigen Unterschiede: Der etwas andere Ball, Handball Tore und es wird immer ohne Bande gespielt. Außerdem ist das Grätsch-Verbot wie es im Saarland ausgelegt wird, völlig anders beim Futsal.


Gibt es eine Deutsche Futsal-Meisterschaft oder wann finden immer Turniere statt, an denen ihr teilnimmt? 

Patrick Backes: Es existieren 5 Regionalligen und jeweils die beiden erstplatzierten der jeweiligen Staffel qualifizieren sich für die Deutsche Futsal-Meisterschaft, die im K.o System ausgetragen wird. Ähnlich wie beim DFB-Pokal. Da wir im Südwesten noch keine Regionalliga haben, wird der Südwestmeister an einem Tagesturnier ausgespielt. Dieses Turnier findet am 18. Februar in Kirchberg statt und dort versuchen wir uns natürlich für das Viertelfinale der deutschen Meisterschaft zu qualifizieren. Aber dieser Modus ist bereits mit einem Enddatum versehen, weil es bereits Ideen gibt eine Futsal Bundesliga zu starten in den nächsten Jahren.

Außerdem veranstalten wir dieses Jahr wieder unser internationales Futsalturnier an Vatertag in Schmelz. Dort durften wir letztes Jahr Mannschaften aus Japan, Polen und Frankreich begrüßen.


Du bist tätig beim Futsal Club Warrios Saar e.V.. Wie kam der Club zustande, wessen Idee war das?

Patrick Backes: Die Gründungsmitglieder sind größtenteils ehemalige Mannschaftskollegen. Da wir alle nicht mehr in einem Team spielen, hatten wir schon öfters mit der Idee gespielt einen Verein zu gründen. Aber die Initialzündung kam dann letztendlich von unserem 1. Vorsitzenden, Thorsten Schütte. Viele unserer Mitglieder hatten schon verschiedene Berührungspunkte mit dem Futsalsport und waren begeisterte Hallenfußballer. Des Weiteren ist es möglich Futsal parallel zum Vereinssport zu betreiben. Also Ideal für uns alle.


Wann, wie oft und wo trainiert ihr mit den Worrios? Kann man bei euch auch Mal mittrainieren?

Patrick Backes: Wir trainieren einmal die Woche in Lebach in einer Schulturnhalle. In den Trainingseinheiten finden sich Spieler von den unterschiedlichsten Mannschaften zusammen. Von der Oberliga bis zur Kreisliga. Sowie internationale Gäste die sogar eine große Futsal Erfahrung mitbringen. Also es darf jeder, der gerne in der Halle Fußball spielt vorbeikommen. 


Seid ihr immer auf Suche nach neuen Spielern oder werden diese gezielt von euch ausgesucht?  

Patrick Backes: Es gibt Spieler die uns gezielt anfragen aber wir sind natürlich nicht ganz untätig und machen Werbung für unseren Sport bei Kickern die potenzial mitbringen Futsal zu spielen. Für die Südwestmeisterschaften werden auf jeden Fall sehr bekannte Namen für die Warriors auflaufen. Wer diese sein werden verraten wir euch in den nächsten Wochen ;-)

 

Dankeschön Patrick, Weiterhin viel Erfolg und liebe Grüße an dein Team.

 

Quelle: Fußball News Saarland

 


Futsal Deutschland

 

Sprachen wir gestern noch auf meinsportradio.de darüber, dass sich im Südwesten Deutschlands in Sachen #Futsal bisher wenig bis gar nichts tut, so ist es umso erfreulicher festzustellen, dass sich eine Gruppe Unentwegter auf die Fahnen geschrieben hat, Futsal auch in dieser Region spielbar zu machen.

 

Sicher ist es keine schlechte Wahl, die Begrifflichkeit Krieger in den Vereinsnamen aufzunehmen, denn die Etablierung von Futsal gegen traditionell geprägte #Fußballer durchzusetzen, hat manchmal tatsächlich was von Krieg (#knowwhatIamsaying). Dabei könnte es doch so einfach sein. #Fanta4

Schaut es euch an!!

Futsal Club Warriors Saar! Lets push things forward! #FutsalGER

 

Quelle: Futsal Germany auf Facebook

Stimmen zum Turnier

Portus zu Gast bei den Warriors

Die Portus Crew nahm am 26/27. Mai beim 1. internationalen Futsal Turnier der Warriors Saar teil.

 

Ein Mega Kompliment an Warriors für eine Organisation die es nicht zu toppen gilt. Alles ist hier bis ins kleinste Detail Weltklasse organisiert. Der Crew um Thorsten Schütte ein herzliches Dankeschön und wir werden uns in Pforzheim für diesen Empfang revanchieren. Beim organisieren seid ihr heute schon deutscher Meister.

 

Quelle: Futsal Club Portus e.V auf Facebook



Der futsal pionier

Thorsten Schütte kickte unter anderem beim FC Homburg und RW Hasborn. Heute ist der 32-jährige Spielertrainer bei der FSG Schmelz-Limbach und Spieler der saarländischen Futsal-Auswahl. Während seiner Lehrer-Ausbildung lebte er in Spanien, wo Futsal deutlich bekannter ist als bei uns.

 

Herr Schütte, wie erleben Sie die derzeitige Diskussion über die Zukunft des Fußballs unter den saarländischen Hallendächern?

 

Einerseits gibt es den Verband, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, bis 2016 alle Hallenfußballspiele nach den offiziellen Futsal-Regeln zu spielen. Hintergrund ist der gemeinsam von den Verbänden und dem DFB erarbeitete Masterplan 2013-2016, in dem auch diese Umstellung als Ziel formuliert ist. Andererseits gibt es die Hallenturniere austragenden Vereine, die um ihre Einnahmen fürchten. Folgende Aussagen fallen dabei immer wieder: Futsal ist körperlos; ein kleiner, schwerer Ball, der sich nicht gut beschleunigen lässt; kleine Tore. Zusammengefasst ist die Angst groß, dass die kommende Hallenrunde aus den genannten Gründen uninteressanter und langweiliger wird. Weniger Tore und keine Zweikämpfe mehr. Was sich über Jahre entwickelt hat, viele hoch dotierte Turniere, auf denen starke Mannschaften vor vielen Zuschauern um die Qualifikation für das Endturnier kämpfen, scheint bedroht. Ich kann als Trainer und Spieler die Argumente beider Seiten gut verstehen.



 

Sie haben in Spanien den ersten Kontakt zum Futsal aufgenommen?


 

Ja, das ist richtig. Dort gibt es keine solche Vereinsstruktur wie bei uns. Es wird aber auf den Bolzplätzen oder am Strand gekickt. Eben mit dem kleinen, schweren Ball und nach Futsal-Regeln.
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Wo sehen Sie die Schwächen des aktuellen Hallenfußballs?

 

Die Schwächen der aktuellen Reglementierung sind offensichtlich. Es werden relativ viele Fouls begangen. Stichwort Verletzungsgefahr. Der Torwart kann extrem auf Zeit spielen. Nicht selten gibt es Spiele, in denen sich eine Mannschaft nicht traut den gegnerischen Torwart anzugreifen, weil sie nicht in eine Unterzahlsituation geraten möchte. Das Anhalten der Zeit liegt im Ermessen des Schiedsrichters und gerade gegen Ende von Spielen kommt hierdurch häufig Hektik auf. Hinzu kommt die fehlende Vergleichbarkeit der Spielflächen: Hallenboden oder Kunstrasen, ohne Bande, mit einer Bande, mit Rundumbande.



 

Und die Vorzüge von Futsal sind?


 

Futsal ist kein körperloses Spiel, das Gegenteil ist der Fall. Die Regeln des Futsals sind deutlich besser als die momentan geltenden Regeln für den Hallenfußball. Beispiele: der Torwart darf den Ball nur vier Sekunden halten, alle Standardsituationen müssen innerhalb von vier Sekunden ausgeführt werden, Rückpässe zum Torwart sind erst erlaubt, wenn der Gegner Ballberührung hatte, mit dem sechsten Mannschaftsfoul gibt es unmittelbar einen Strafstoß.
Der Ball wurde extra für die Halle konzipiert: Er springt nicht gut und fliegt nicht gut. Das heißt aber auch: die Ballannahme, das Dribbeln und das Passen fallen mit diesem Spielgerät deutlich leichter, schnelles Passspiel, Kombinationsfußball und Dribblings werden gefördert.



 

Sehen Sie eine Lösungsmöglichkeit aus dem derzeitigen Dilemma?

 

Es scheint so, als ob die beiden Fronten unmöglich eine Einigung erreichen können. Immer mehr Vereine machen mobil, die Pläne für die kommende Hallenrunde zu kippen. In der Saarbrücker Zeitung vom 15. Januar 2015 wurde gar von einer Masters-Revolte der Vereine gesprochen. Mein Lösungsvorschlag lautet: In der kommenden Saison sollte im Saarland nach den offiziellen Futsal-Regeln gespielt werden, allerdings weiterhin auf  Jugendtore mit dem Maß 5x2 Meter. Bei diesem Kompromiss wäre mit Sicherheit für schnelle Spiele und viele Tore gesorgt. Veranstalter müssen sich keine Sorge um den Verlust von attraktiven Spielen mit vielen Toren machen. Andererseits erfüllt der SFV den Futsal betreffenden Teil des Masterplanes zumindest fast und dies in Abstimmung mit den Vereinen.

 

 

Interview mit Patric Cordier am 13. Februar 2015